Magenballon

Für wen ist der Magenballon geeignet?

Der Magenballon wird bei Patienten mit Adipositas ab Grad I
(BMI ab 30)
eingesetzt. Der Grund zur Operation ist immer die Prävention oder Behandlung von Krankheiten, die im Zusammenhang mit Fettleibigkeit entstehen. Weiter bewirkt die Operation eine Verbesserung der Lebensqualität und nachweislich auch eine Lebensverlängerung.

 

Gewichtsreduktion duch einen Magenballon

Der Magenballon wird auch als vorbereitende Maßnahme angewendet, um bei morbider Adipositas (BMI ab 50) eine Gewichtsreduktion zu erzielen und sich die Patienten anschließend einer anderen bariatrischen Operation unterziehen können.

Patienten, die sich der Adipositas-Behandlung mithilfe eines Magenballons unterziehen möchten, benötigen keine Empfehlung von ihrem praktischen Arzt. Sämtliche Untersuchungen erfolgen in der Klinik.

 

Ihren BMI-Wert können Sie weiter unten ermitteln, indem Sie Ihr Größe und Gewicht eintragen.

Der Magenballon hat eine beträchtliche Wirkung. In publizierten Facharbeiten wird eine Gewichtsabnahme von 13-30 kg innerhalb von 6 Monaten beschrieben, natürlich in Abhängigkeit von dem Ausgangsgewicht und der individuellen Veranlagerung des Patienten. Die Werte und das konkrete Ergebnis können sich bei jeweiligen Patienten unterscheiden.

Durch Diäten und Bewegung wird im Durchschnitt nur eine Gewichtsreduzierung von 8-10% erzielt.

Der Ballon schwimmt frei im Magen, ruft ein vorzeitiges Sättigungsgefühl hervor, verkleinert das freie Volumen des Magens, dadurch wird die Nahrungsaufnahme verringert. Dieser Effekt bewirkt eine Gewichtsreduktion. Der Ballon wird für einen Zeitraum von 6 Monaten im Magen belassen. Während dieser Zeit verhilft der Ballon zur Ernährungsumstellung und dient als Beihilfe, die neuen Ernährungsgewohnheiten auch nach Entfernung des Ballons einzuhalten.

 

Ablauf der Operation

Die Einführung des Magenballons dauert nur 20 bis 30 min.

Vor der eigentlichen Einführung des Ballons wird eine endoskopische Untersuchung der Speiseröhre, des Magens und Zwölffingerdarms durchgeführt. Danach wird der Ballon unter visueller Kontrolle mit Hilfe eines Gastroskops eingeführt und mit 400-600 ml physiologischer Flüssigkeit (Kochsalzlösung) und 2,5 ml Methylenblau gefüllt. Das Methylenblau ist ein spezieller Farbstoff, der den Patienten eventuell auf eine Perforation des Ballons aufmerksam macht, indem der Urin durch den Farbstoff blau gefärbt wird. Der Farbstoff teilt also dem Patienten mit, dass er den Arzt aufsuchen soll, damit der Ballon rechtzeitig entfernt werden kann. Auch im Falle, dass der Ballon in die weiteren Abschnitte des Magendarmtrakts durchdringen sollte, kommt es in den meisten Fällen zur natürlichen Ausscheidung des Ballons.

Sämtlichen präoperativen Untersuchungen und dem Eingriff selbst unterzieht sich der Patient an 1 Tag. Am folgenden Tag kann der Patient das klinische Zentrum am Nachmittag bereits verlassen und die Heimreise antreten.

Großer Vorteil des Magenballons ist, dass die Einführung lediglich in Lokalanästhesie erfolgt (leichter Schlaf durch Spritze), im Gegensatz zu anderen bariatrischen Operation. Also muss sich der Patient nicht einer Vollnarkose unterziehen. Ein weiterer beträchtlicher Vorteil des Magenballons ist, dass der Eingriff in den menschlichen Organismus wesentlich geringer ist als bei den anderen bariatrischen Eingriffen.

Auch die Entfernung des Ballons erfolgt endoskopisch. Mit Hilfe des speziellen Instrumentariums wird der Ballon punktiert und die Kochsalzlösung abgesaugt. Anschließend wird der Ballon mit Hilfe einer Lasso-ähnlichen Schlinge oder einer Extraktionszange eingefangen und herausgenommen.

 

Diät nach der Operation

Unmittelbar nach der Operation beginnt der Patient mit der Diät. Er erhält einen Ernährungsplan und wichtige Hinweise von dem behandelnden Adipositas Chirurgen.

In der Regel darf der Klient in den ersten vier Wochen ausschließlich flüssige Nahrung zu sich nehmen, wie Brühe, Tee, Kaffee, ungesüßte Getränke ohne Kohlensäure, Frucht- und Gemüsesäfte, Joghurt usw.

Es darf jedoch nicht zu viel Flüssigkeit auf einmal konsumiert werden. Anstatt einer großen Portion sollte das Essen/Trinken auf mehrere kleine Portionen aufgeteilt werden.

Den genauen Ernährungsplan erhält der Patient in der Klinik.

 

Risiken und mögliche Komplikationen

Der Magenballon ist mit einem relativ geringen Risiko verbunden.

Die häufigste Komplikation besteht darin, dass der Magenballon im Magen platzen kann. Diese Komplikation kann aber vor allem dadurch verursacht werden, dass sich der Patient nicht an die Empfehlung des Arztes hält, den implantierten Ballon nach 6 Monaten entfernen zu lassen. Der Hauptnachteil des Magenballons ist seine zeitliche Begrenzung der Anwendung auf 6 Monate. Danach wird empfohlen den Ballon herauszunehmen, da bei einer weiteren Anwendung das Risiko eines spontanen Platzens wächst.

Bei manchen Patienten kann es unmittelbar nach Einführung des Ballons zu gastrischen Problemen kommen wie Sodbrennen, Bauchschmerzen, Übelkeit oder Erbrechen. Meistens handelt es sich lediglich um vorrübergehende Komplikationen, bedingt durch die Reaktion des Magens, der sich an den Ballon gewöhnen muss. Diese Probleme klingen innerhalb von wenigen Stunden nach dem Eingriff ab. Falls die Komplikationen bestehen bleiben sollten, ist es möglich, den Magenballon umgehend herauszunehmen. Vor allem aus diesem Grund betonen wir, dass jeder Patient die Klinik erst am nächsten Tag nach Einführung des Ballons verlassen sollte. Somit wird das Risiko möglicher Komplikationen bedeutend vermindert und der Patient bekommt eine adäquate medizinische Versorgung und Verpflegung.


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