Stirnstraffung

Der Stirnbereich ist eine weitere Lokalität, an der wir mit fortschreitendem Alter den Altersprozess beobachten können, der sich durch schlaffe Haut und Faltenbildung äußert. Gegenüber anderen Gesichtspartien ist dieser Prozess auf bestimmte Art und Weise spezifisch. Die Haut ist hier zu den Unterschichten wesentlich fester fixiert und deshalb ist mit fortschreitendem Verlust deren Elastizität der nachfolgende Absenkung der Haut insgesamt weit weniger auffallend, als in den niedrigeren Gesichtspartien. Ein größeres Absinken der Stirnhaut kann nur im unteren Teil beobachtet werden, vor allem im Bereich der Augenbrauen.

Mit einer festeren Fixation zum Untergrund hängt die Bildung der mimischen Falten zusammen. Diese sind verhältnismäßig auffällig und vertiefen sich mit der Zeit deutlich. Sie verlaufen leicht wellig und waagerecht. Oberhalb der Nasenwurzel befinden sich mimische Muskeln, welche die Bewegungen der Augenbrauen bewirken. Hier kommt es zur Bildung von zwei und mehr Falten, die senkrecht zu den anderen waagerechten Stirnfalten verlaufen.

Gegenwärtig können je nach Umfang und Tiefe der Stirnfalten sowie Schlaffheitsgrad der Haut verschiedene Operationsmethoden gewählt werden.

Bei großer Schlaffheit der Haut im Bereich von Stirn und Augenbrauen – verbunden mit tieferen und bereits stark fixierten Falten – wählen wir die klassische Operationstechnik. Bei diesem Eingriff wird ein bogenartiger Schnitt im Haarteil des Kopfes oberhalb der Stirn zwischen beiden Schläfen geführt. Anschließend wird die Haut der Stirn von den Unterschichten bis hinunter zu den Augenbrauen freipräpariert. Im Bereich der Nasenwurzel werden die Fasern der Mimikmuskeln unterbrochen, welche die senkrechten Falten zwischen Augenbrauen und Nasenwurzel lösen und nicht weiter vertiefen. Anschließend wird die Haut der gesamten Stirn nach oben gespannt und deren Überfluss beseitigt – in der Regel 1-2 cm. Die oberhalb der Haargrenze geführte bogenartige Narbe ist vor allem bei Männern ein Problem, da deren Haargrenze im Laufe der Zeit nach hinten steigt und damit eine Narbe dann durchaus sichtbar werden kann. Deshalb wird dieser Eingriff für Männer eher nicht empfohlen; bei Frauen führen wir diesen bei großer Senkung und Überschuss an Stirnhaut durch.

Eine weitere Operationsmethode ist die endoskopische Operation der Stirn, die mit Hilfe spezieller Instrumente sowie Optik erfolgt, die uns ermöglicht, über kleine, ca. 1 cm lange Einschnitte bei gleichzeitiger Kontrolle des Operationsfeldes auf dem Bildschirm zu operieren. Bei der endoskopischen Operation der Stirn erfolgen in der Regel 4 Einschnitte im Haarteil oberhalb der Stirn – 2 in der Mitte und 2 oberhalb der Schläfen. Über diese Einschnitte wird dann die Stirnhaut bis zur Augenbrauengrenze freipräpariert, anschließend die Fasern der Mimikmuskulatur an der Nasenwurzel und manchmal auch am Augenbrauenbogen unterbrochen, um eine weitere Bildung tieferer Mimikfalten zu unterbinden. Das Spannen und Verschieben der Stirnhaut nach oben erfolgt ebenfalls und die überflüssige Haut wird bis in den Haarteil ausgelegt. Hier wird diese mit Spezialstichen über Mulltampons oder mittels im Schädel fixierten Schrauben fixiert.

Vorteile der endoskopischen Methode sind die kleinen Narben und der insgesamt sanftere und schonendere Eingriff. Diese Methode eignet sich bei weniger schlaffer Stirnhaut mit beginnenden, nicht allzu tiefen Mimikfalten. Der Effekt dieser Operation ist dann gut und nach Unterbrechung der mimischen Muskulatur wird der Bildung tieferer Falten, vor allem zwischen den Augenbrauen und an der Nasenwurzel, Einhalt geboten.

Aufgrund der kleineren Narben ist die endoskopische Operation der Stirn auch bei Männern geeignet.




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